AORTENKLAPPENCHIRURGIE

Erkrankungen der Aortenklappe zählen zu den häufigsten Herzerkrankungen und können angeboren oder erworben sein.
 
 
Unter den Angeborenen Aortenklappenerkrankungen ist die bikuspide Aortenklappe die weitaus häufigste zu operierende Pathologie. Intrauterin kommt es dabei zu einem Verschmelzen zweier der drei Klappentaschen. Entweder entwickeln die Patienten früh eine Insuffizienz (Undichtheit) oder später durch Degeneration oder Entzündung (Rheumatismus oder Endokarditis) eine Stenose (Verengung). Manchmal kann wie in dem folgenden Foto, diese bikuspide Klappe rekonstruiert werden und dem Patienten damit eine Blutverdünnung erspart bleiben.

Der Großteil der Patienten leiden aber unter den Erworbenen Aortenklappenerkrankungen. Im Laufe vieler Jahre führt eine Aortenklappeninsuffizienz, Stenose oder kombiniertes Vitium zu zunehmender Atemnot und Herzversagen. Ist die Ursache für eine Insuffizienz eine Erweiterung der Aorta und damit ein Auseinanderweichen des Klappenschlusses wie am folgenden Ultraschallbild,
 
 
Operation nach Tyrone David

Mit zunehmenden Krankheitsverlauf müssen jedoch schwerst veränderte Klappen durch künstliche Herzklappenprothesen ersetzt werden. Abhängig vom Alter des Patienten gibt es

Biologische und Mechanische Aortenklappenprothesen. Vor- und Nachteile der entsprechenden Prothesen sind folgender Tabelle zu entnehmen.
 
 
 
Biologisch Herzklappe (Bild oben):keine Blutverdünnung,beschränkte Haltbarkeit (Degeneration)
Mechanisch (Bild unten): lebenslange Blutverdünnung „ewig“ haltbar ,Thromboembolien trotz Blutverdünnung
 
Wegen der unbegrenzten Haltbarkeit von mechanischen Prothesen werden diese bei Patienten jünger als 65 Jahre routinemäßig verwendet. Sollten spezielle Patienten eine Kontraindikation gegen die Blutverdünnung haben (z.B. Kinderwunsch, Sportler oder Berufe mit erhöhtem Verletzungsrisiko), entschließt man sich zunehmend auch bei jüngeren Patienten zur Implantation biologischer Prothesen. Die neuesten Langzeitergebnisse moderner biologischer Herzklappen deuten optimistisch auf deutlich längere Haltbarkeit hin.

In jedem Falle wird mit den Patienten in einem ausführlichem Aufklärungsgespräch Vor- und Nachteile aller zur Verfügung stehenden Operationsmethoden und Prothesenarten diskutiert und eine gemeinsame Konsenslösung erarbeitet.
 
Nach entsprechender Rehabilitation kann postoperativ bereits nach etwa 6 Monaten eine deutliche Verbesserung oder Normalisierung der Herzleistung und Rückbildung der Myokardhypetrophie beobachtet werden. Entsprechend verbessern sich ein überwiegender Anteil der Patienten in ihren Symptomen und Leistungsfähigkeit.
 

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